Polo Performance Monitor
Entwicklung einer kompakten Motorüberwachung für einen VW Polo 86C mit OLED-Display, umfangreicher Sensorik, automatischen Warnfunktionen und vollständiger Integration in die originale Tachoeinheit.
Projekt auf einen Blick
Die Aufgabe
Ziel des Projekts war die Entwicklung einer kompakten Anzeige zur Überwachung verschiedener Motor- und Fahrzeugparameter in einem VW Polo 86C.
Dabei sollten nicht nur aktuelle Sensorwerte dargestellt werden. Das System sollte wichtige Betriebszustände selbstständig überwachen und bei kritischen Messwerten entsprechende Warnungen ausgeben können.
Gleichzeitig sollte auf ein zusätzlich sichtbar montiertes Instrument verzichtet werden. Die gesamte Elektronik und das Display sollten sich möglichst unauffällig in die vorhandene Tachoeinheit integrieren.
Hardware & Steuerung
Als zentrale Steuerung kommt ein Arduino Nano zum Einsatz. Der Mikrocontroller erfasst die angeschlossenen Sensoren, verarbeitet die Messwerte und übernimmt gleichzeitig Displaysteuerung, Warnlogik und Bedienfunktionen.
Zentrale Auswertung der Sensoren sowie Steuerung von Anzeige, Warnungen und Bedienlogik.
Kompaktes 1,54-Zoll-Display mit 128 × 64 Pixeln für die Darstellung der verschiedenen Messwerte.
Liefert die aktuelle Uhrzeit und ermöglicht zeitabhängige Funktionen wie die automatische Anpassung der Displayhelligkeit.
Über mehrere Taster können Anzeigeseiten gewechselt und Einstellungen innerhalb des Systems vorgenommen werden.
Sensorik & Messwerte
Für die Überwachung werden verschiedene Sensor- und Fahrzeugwerte erfasst, ausgewertet und auf dem OLED-Display dargestellt.
Überwachung des Motoröldrucks und Warnung bei einem zu niedrigen Wert.
Anzeige der aktuellen Öltemperatur zur Kontrolle des thermischen Motorzustands.
Darstellung des aktuellen Ladedrucks während des Motorbetriebs.
Überwachung der Kühlmitteltemperatur und Erkennung eines zu hohen Temperaturbereichs.
Auswertung einer Breitband-Lambdasonde zur Überwachung des Luft-Kraftstoff-Verhältnisses.
Erfassung der Abgastemperatur über ein MAX6675-Modul als weiterer wichtiger Motorparameter.
Kontrolle der Bordspannung und damit des elektrischen Systems des Fahrzeugs.
Zwei Temperatursensoren ermöglichen die Anzeige der Temperatur innerhalb und außerhalb des Fahrzeugs.
Lambda & Abgastemperatur
Für die Lambdamessung kommt eine Breitband-Lambdasonde mit entsprechendem Controller zum Einsatz. Dadurch kann das Luft-Kraftstoff-Verhältnis wesentlich genauer überwacht werden als mit einer einfachen Sprungsonde.
Zusätzlich wird die Abgastemperatur erfasst. Dafür wird ein MAX6675-Modul eingesetzt, das den angeschlossenen Temperaturfühler auswertet und den Messwert an den Mikrocontroller überträgt.
Beide Werte können nicht nur angezeigt, sondern auch in die automatische Überwachungs- und Warnlogik des Systems einbezogen werden.
OLED-Anzeige
Die verschiedenen Messwerte werden auf einem kompakten OLED-Display mit 128 × 64 Pixeln dargestellt.
Da nicht alle Informationen gleichzeitig sinnvoll auf der kleinen Anzeigefläche dargestellt werden können, verfügt das System über unterschiedliche Anzeigeseiten für die jeweiligen Sensor- und Fahrzeugwerte.
Dadurch bleibt die Darstellung übersichtlich und die jeweils benötigte Information kann gut abgelesen werden.
Zusätzlich wird die Displayhelligkeit zeitabhängig angepasst. In den Nachtstunden kann die Anzeige automatisch abgedunkelt werden, damit das Display während der Fahrt nicht unnötig blendet.
Überwachung & Warnfunktionen
Eine zentrale Funktion des Performance Monitors ist die automatische Überwachung wichtiger Motorparameter.
Für verschiedene Messwerte sind Grenzwerte hinterlegt. Wird ein kritischer Bereich erreicht, kann das System den Fahrer über eine Displaywarnung und – je nach Einstellung – zusätzlich akustisch darauf aufmerksam machen.
Warnung bei Unterschreiten eines festgelegten Mindestöldrucks.
Überwachung von Öl-, Kühlmittel- und Abgastemperatur auf kritische Werte.
Kontrolle des Ladedrucks und Warnung bei Überschreiten des vorgesehenen Bereichs.
Überwachung des Lambdawerts unter den dafür vorgesehenen Betriebsbedingungen.
Menü & Einstellungen
Der Performance Monitor verfügt über ein eigenes Menü, über das verschiedene Funktionen und Warnungen konfiguriert werden können.
So lassen sich beispielsweise Warnfunktionen, akustische Signale und die automatische Seitenrotation anpassen.
Auch einzelne Warnbereiche und Anzeigeseiten können aktiviert oder deaktiviert werden.
Die vorgenommenen Einstellungen werden gespeichert und stehen nach dem erneuten Einschalten des Systems wieder zur Verfügung.
Automatische Funktionen
Neben der Motorüberwachung wurden mehrere Komfort- und Zusatzfunktionen integriert.
Die Displayhelligkeit wird abhängig von der Uhrzeit automatisch angepasst.
Bei niedriger Außentemperatur kann das System automatisch auf mögliche Glätte aufmerksam machen.
Die verschiedenen Anzeigeseiten können bei Bedarf automatisch nacheinander durchgeschaltet werden.
Warnungen werden abhängig von Messwert, Betriebszustand und hinterlegten Verzögerungen ausgelöst.
Software & Steuerlogik
Die Software bildet das zentrale Element des gesamten Systems. Sie liest die angeschlossenen Sensoren aus, verarbeitet und glättet Messwerte und bereitet diese für die Anzeige auf.
Gleichzeitig werden die Messwerte mit den hinterlegten Grenzwerten verglichen. Dabei können auch Bedingungen und Verzögerungen berücksichtigt werden, damit Warnungen nicht durch kurzzeitige Messwertschwankungen unnötig ausgelöst werden.
Darüber hinaus steuert die Software die Menüführung, Displayseiten, automatische Helligkeitsregelung, Warnanzeigen und akustischen Signale.
Integration in die Tachoeinheit
Eine besondere Herausforderung des Projekts war die mechanische Integration des gesamten Systems in das Fahrzeug.
Statt ein zusätzliches Display auf dem Armaturenbrett oder an einer anderen sichtbaren Stelle zu montieren, wurde die Anzeige für den Einbau direkt in die originale Tachoeinheit ausgelegt.
Der Performance Monitor ersetzt dort die originale Digitaluhr. Die Abmessungen und der Aufbau wurden so geplant, dass das System an dieser Position eingesetzt werden kann, ohne die Tachoeinheit grundlegend verändern zu müssen.
Dadurch bleibt das Erscheinungsbild des Armaturenbretts weitgehend erhalten, während gleichzeitig deutlich mehr Informationen über den aktuellen Betriebszustand des Fahrzeugs zur Verfügung stehen.
Performance Monitor im Betrieb
Das Video zeigt den Performance Monitor im eingebauten Zustand. Das OLED-Display sitzt direkt in der originalen Tachoeinheit und stellt die erfassten Motorparameter während des Fahrzeugbetriebs dar.
Performance Monitor im eingebauten Zustand in der Tachoeinheit des VW Polo 86C.
Das Ergebnis
Entstanden ist ein kompakter Performance Monitor, der verschiedene Motor- und Fahrzeugparameter auf einem OLED-Display zusammenführt.
Neben der reinen Anzeige übernimmt das System umfangreiche Überwachungs- und Warnfunktionen und kann dadurch auf kritische Betriebszustände aufmerksam machen.
Durch Menüführung, speicherbare Einstellungen, automatische Helligkeitsregelung und weitere Zusatzfunktionen entstand aus einer einfachen Zusatzanzeige ein eigenständiges Überwachungssystem.
Die vollständige Integration anstelle der originalen Digitaluhr verbindet diese Funktionen mit einer möglichst unauffälligen Einbaulösung innerhalb der vorhandenen Tachoeinheit.
Das Projekt verbindet damit Sensorik, Fahrzeugelektronik, Mikrocontroller-Programmierung und mechanische Integration zu einem speziell für das Fahrzeug entwickelten Gesamtsystem.
Verwendete Technik
- Arduino Nano
- 1,54" OLED
- 128 × 64 Pixel
- DS3231 RTC
- MAX6675
- Breitband-Lambda
- Sensorik
- Öldruck
- Öltemperatur
- Ladedruck
- Kühlmitteltemperatur
- Abgastemperatur
- Programmierung
- Warnsystem
- Fahrzeugelektronik
- Tachointegration
Weitere Projekte entdecken
Von Elektronik über 3D-Druck bis zur Konstruktion: Entdecke weitere Projekte aus unserem Makerspace.